
Kreator – Hate & Hope
Was haben Lars Eidinger, Bela B. und Anthrax-Gitarrist Scott Ian gemeinsam? Sie alle bezeichnen die deutschen Thrash-Metal-Pioniere KREATOR als Quelle ihrer Kreativität und ihres künstlerischen Schaffens. Ruhrpott-Thrash als Musenkuss? Viele der prominenten Interviewpartner in diesem „faszinierenden Porträt“ (3sat) berichten genau das: Ohne KREATOR, sagen sie, wären wir nicht geworden, was wir heute sind.
Für ihren neuen Dokumentarfilm begleitet Regisseurin Cordula Kablitz-Post die Thrash-Giganten ein Jahr lang auf Tour – von Wacken bis Tokio, von Bangalore bis Los Angeles. Im Kinosessel staunt man immer wieder, mit welchem Überschwang diese vier Typen mit ihrem charmant-unprätentiösen Vier-Minus-Aussehen in aller Welt empfangen und gefeiert werden. Wieder zu Hause, beim Klash of the Ruhrpott in Gelsenkirchen, erleben wir einen Homecoming-Moment, der schlicht magisch ist.
Immer wieder öffnet der Film den Blick auf brüllende Live-Passagen, glückliche Fans und Innenansichten, zwischen überraschend und berührend, zwischen intellektuell und archaisch. Anhänger und Bewunderer werden ebenso eingeladen wie neutrale Beobachter und Zweifler – und alle finden ihren Zugang zu dieser Band, die nach wie vor mit ungebrochenem Willen und unbändiger Schaffenskraft auf der Bühne steht.
Zum ersten Mal erzählt ein Film die über 40-jährige Geschichte von KREATOR: vom Schulhof der frühen Achtzigerjahre bis zu den globalen Bühnen der aktuellen Welttournee. Zu Wort kommen Wegbegleiter, Freunde, Kritiker und natürlich die Musiker selbst. Öffentliches und Privates, kreative Kraft und Gesellschaftskritik, Clownerie und Nachdenklichkeit – und dazu jede Menge harte Riffs: Aus diesem Gewirr unterschiedlicher Perspektiven webt die Dokumentation das beeindruckende Bild eines Weges, der aus dem Gastarbeiter- und Bergbau-Milieu ins Licht der Weltöffentlichkeit führte.
Deutschland 2025; Regie: Cordula Kablitz-Post;
Länge: 110 Min.; FSK 12