
Silent Friend
Drei Leben, drei Epochen, ein Baum – eine leise Geschichte über Verbindung und Sehnsucht. Die drei Geschichten, die von Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 2020er Jahre reichen, kreisen um einen einsamen alten Ginkgobaum im Herzen des botanischen Gartens in Marburg.
Seit über hundert Jahren ist er stiller Zeuge – Beobachter leiser, tiefgreifender Veränderungen im Leben dreier Menschen. 2020 wagt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong (Tony Leung), der die kognitive Entwicklung von Babys erforscht, ein ungewöhnliches Experiment mit dem uralten Baum. 1972 erfährt ein junger Student (Enzo Brumm) eine innere Wandlung, ausgelöst durch die konzentrierte Beobachtung einer einfachen Geranie.
1908 folgt die erste Studentin der Universität (Luna Wedler) ihrer Leidenschaft für die Fotografie – und entdeckt durch das Objektiv ihrer Kamera die verborgenen Muster des Universums. Nach dem Goldenen-Bären-Gewinner „Körper und Seele“ (2017) präsentiert die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi mit SILENT FRIEND ein poetisches, sensibles Werk, in dem die Beziehung zwischen Pflanzen und Menschen zum Sinnbild für die universelle Sehnsucht nach Verbundenheit wird. In den stillen Versuchen ihrer Protagonist:innen, sich mit der Welt, der Natur und mit sich selbst zu verbinden, entfaltet sich eine berührende Geschichte über Zugehörigkeit, Wandel – und die Schönheit der Sehnsucht.
„Ein Film von monumentaler Dimension, trotzdem fühlt er sich leicht und selbstverständlich an. Ein Meisterwerk.“ Filmstarts
Deutschland, Frankreich, Ungarn 2025; Regie: Ildikó Enyedi;
mit Yun Huang, Luca Valentini, Marlene Burow, Felix Bruose;
Länge: 145 Min.; FSK 6