
Ein Meilenstein des feministischen Kinos kommt wieder auf die große Leinwand. Barbara Loden erzählt in ihrem einzigen Spielfilm WANDA von einer Frau, die scheinbar ziellos durch das ländliche Pennsylvania zieht. Nachdem sie ihren Mann und ihre Kinder verlassen hat, treibt Wanda von Ort zu Ort, von Begegnung zu Beziehung, durch soziale und emotionale Randzonen. Als sie sich einem Kleinkriminellen anschließt, scheint sie ihre bisherige Existenz vollkommen hinter sich zu lassen, bis ein missglückter Banküberfall ihr Leben abermals in eine andere Richtung lenkt.
Barbara Loden, die Regie führte, das Drehbuch schrieb und selbst die Hauptrolle verkörperte, entwirft mit einer fast dokumentarischen Bildsprache ein radikal offenes Porträt weiblicher Existenz. Wanda ist eine Antiheldin jenseits von Opfermythen, Emanzipationsfantasien oder moralischen Bewertungen. Als leise, unbequeme Gegenstimme zum männlich dominierten New-Hollywood-Kino wirkt WANDA noch heute erstaunlich aktuell und beeinflusste zahlreiche Regisseur:innen und Schauspieler:innen wie Isabelle Huppert, Nan Goldin, Marguerite Duras oder Christian Petzold.
Ein Stück zeitloses Kino über weibliche Existenz, Sichtbarkeit und radikale kreative Autonomie, aus einer Zeit, in der Regisseurinnen noch die Ausnahme waren.
Bei der alle 10 Jahre stattfindenden Umfrage des einflussreichen britischen Filmmagazins „Sight And Sound“, an der über 1000 Filmschaffende teilnahmen, wurde WANDA im Jahr 2022 zu einem der 50 besten Filme aller Zeiten gewählt.
„Ein perfekter Film.“ Isabelle Huppert
„Die letzte Szene, in der sie in einer Menschenmenge verloren steht und in unsere Richtung starrt, ist einer dieser Kino-Momente, die ich nie vergessen werde.“ Christian Petzold
„Einer der größten Filme der Filmgeschichte. Ein Muss!“ Wim Wenders
USA 1970; Regie: Barbara Loden;
mit Barbara Loden, Michael Higgins, Dorothy Shupenes, Peter Shupenes, Jerome Thier, Marian Thier u.a.;
Länge: 103 Min.; FSK 12
Trailer - https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/wanda-1970