
Vierzehn Jahre, nachdem die Filmemacherin Daniela Magnani Hüller den versuchten Femizid eines Mitschülers überlebt hat, kehrt sie zu den prägenden Momenten und Menschen von damals zurück. Es sind Erinnerungen voller Wärme und Zuversicht, aber auch von Kälte und Brutalität. Viele Fragen stellt der autobiografische, essayistische Dokumentarfilm an die Gesellschaft und die Verantwortung Einzelner und gibt unbequeme Antworten. Der Film war 2026 nominiert für den Berlinale-Dokumentarfilmpreis.
In einer fragmentarischen, selbstreflexiven Erzählform nähert sich Hüller dem Erlebten erneut an und begegnet den Personen, die in den drei Jahren um die Tat für sie eine wichtige Rolle spielten: einer Lehrerin, einer ehemaligen Mitschülerin, einem Arzt, einem Staatsanwalt, einer Kommissarin, ihrer Halbschwester und einer Freundin in Brasilien. In Gesprächen sucht sie nach deren Erinnerungen an die damaligen Situationen – und nach Antworten auf die Fragen, die sie all die Jahre begleitet haben. Sie konfrontiert die Beteiligten zwar mit deren tatsächlichen oder scheinbaren Versäumnissen, lässt ihnen aber auch Raum für Erklärungen.
Dass Hüller alle Aspekte nebeneinanderstehen lässt und die Beteiligten nicht plakativ verurteilt, sondern ihr Verhalten im Kontext einer Gesellschaft betrachtet, in der Stalking allzu oft nicht mehr als lästige Aufmerksamkeit gesehen wird, macht „Was an Empfindsamkeit bleibt“ zu so einem eindringlichen Film.
Wir zeigen den Film in Kooperation mit dem Frauenzentrum Schwäbisch Hall anlässlich des Internationalen Tages für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, der jährlich am 25. November auf den Missstand aufmerksam machen soll, dass körperliche und/oder sexuelle Gewalt vielerorts zur alltäglichen Erfahrung von Frauen gehört. Die Weltgesundheitsorganisation benennt Gewalt als eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen.

Deutschland 2026; Regie: Daniela Magnani Hüller;
Länge: 91 Min.